Rhinkieker Radmarathon in Rees – 2014.05.18

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Auf den ersten Blick versprach dieser Marathon nichts Besonderes. Typisch Niederrhein halt. Flach, viele Felder, wenig Spektakuläres. Kurz nach Sieben brachen Peter und ich in Rees auf. Sofort wurde der Rhein überquert und es ging zunächst über den Rheindamm Richtung Xanten. Um Xanten herum wurde es welliger.
Zwischen Kilometer 25 und 50 wurden dann der große Teil der Höhenmeter abgefahren. In der Sonsbecker Schweiz entstand auch das einzige Bild, welches Xanten mit dem Dom zeigt. Es ging weiter in einer Schleife Richtung Kalkar, die uns in die Nähe von Rees zurückführte. Kalkar wurde gegen den Uhrzeigersinn umrundet bevor es Richtung Süden ging. Uedem und Kevelaer waren die nächsten Stationen der Tour. Zwar war die Gegend nun Niederrhein-typisch flach und eher von Feldern geprägt, aber im Unterschied zu Herne, sind diese im Mai halt schon bestellt und damit bietet die Gegend auch mehr Abwechselung als das Münsterland. Auch wurden immer mal wieder kleinere Waldstücke eingebaut. Weiter zur Tour. Wir ließen in der Folge Goch rechts liegen und näherten uns langsam aber sicher der Grenze. Nach der Kontrolle in Kessel treten sich dann RTF und Marathon. Anschließend folgte der Wald von Kranenburg, oder besser gesagt die Autobahn von Kranenburg ein kilometerlanger, kerzengerader, leicht welliger Waldweg. Vorsicht war dennoch geboten, da die Niederländer ebenfalls eine Radveranstaltung durchführten, leider in Gegenrichtung. Kurze Zeit später war dann die Grenze erreicht.
Die erste Ortschaft auf niederländischer Seite war Berg en Dal. Dorthin musste, zu unserer Überraschung, noch ein zwar flacher aber doch lang gezogener Anstieg genommen werden. Der Ort selber war eine Augenweide, tiptop herausgeputzt, einschließlich kilometerlanger, gepflasterter Straßen. Beeindruckend war der Kontrast: Auf deutscher Seite ländlich geprägt mit Bauernhöfen und Scheuen und auf niederländischer Seite eine Art Kurort mit Villen. Wir bekamen langsam Hunger. Nach rasanter 10%-iger Abfahrt kamen wir dann an der Warmverpflegung in Nijmegen an. Es gab Hotdogs. Nach kurzer Stärkung ging es weiter an der berühmten und verfilmten Brücke von Nijmegen vorbei auf den Rheindamm. Dieser war am frühen Nachmittag bereits ziemlich voll und es tummelten sich dort Fußgänger, Radfahrer, Motorradfahrer und natürlich Autos. Vorsicht war geboten. Nach zehn Kilometern verließen wir den Rheindamm wieder und überfuhren die Grenze. Es ging nun mit leichtem Gegenwind langsam dem Ziel entgegen. Es folgten immer mal wieder Passagen auf dem Rheindamm, der auf deutscher Seite nicht so voll war, da für den Verkehr gesperrt. Nach 202 Kilometer und 7 Stunden 21 Minuten Fahrzeit hatten wir das Ziel in Rees erreicht.
Insgesamt war ich von dem Marathon positiv überrascht. Trotz der Ähnlichkeit zu Herne ist er bei Weitem nicht so eintönig und bietet sogar einige, wenn auch kleine Anstiege. Die Straßen sind hervorragend ausgebaut und die Tour führt zumindest auf deutscher Seite über absolut verkehrsarme Wege. Die Verpflegung ist ebenfalls über normalen RTF-Standard. Auch an der Ausschilderung gab es nichts zu bemängeln. Schade für die Sportfreunde aus Rees, das trotz des perfekten Wetters nur 50 Marathonfahrer unterwegs waren. Die Tour hätte mehr verdient gehabt. (Andreas)

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