Nievenheim · Reinhold Peters (58) aus Nievenheim beendet sein Debüt beim Race Across Germany nach insgesamt 36:47 Stunden im Rennradsattel auf dem dritten Platz.
Reinhold Peters war vorbereitet, hatte in den vergangenen 18 Monaten Körper und Geist fit gemacht für den vielleicht faszinierendsten, auf jeden Fall aber strapaziösesten Radmarathon, den die Republik zu bieten hat. Aber als sich mit schon mehr als 780 Kilometern in den Beinen vor ihm das Erzgebirge mit Gegenwind und fiesen Anstiegen auftürmte, wähnte er sich knapp 25 Kilometer vor dem Ziel im falschen Film.
Dass der bald 59-Jährige, beim RSC Nievenheim eigentlich für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, am Ende zu den 30 (von 47) auf dem historischen Marktplatz in Aachen gestarteten Leidensgenossen gehörte, die das genau 806 Kilometer von der Kaiserstadt entfernte Ziel im an der polnischen Grenze gelegenen Görlitz erreichten, lag vor allem an drei Dingen: An seiner Fähigkeit, Schwierigkeiten zu überwinden, den Mitgliedern des RSC, „die mich in den vergangenen 18 Monaten immer wieder mitgezogen haben“ und am Support der Familie. Isabelle und sein ebenfalls dem Radsport aktiv verbundener Maximilian, an deren Service-Fahrzeug es Verpflegung gab und die Möglichkeit, kleine Anpassungen an der Rennmaschine vorzunehmen, klebten quasi die ganze Tour über am Hinterrad.
Den ersten „Ultra-Cycling“ seiner Karriere beendete Reinhold Peters nach 36:47 Stunden (58:28 Stunden insgesamt) auf dem Rad, mit dem er 7597 Höhenmeter zu bewältigen hatte, hinter den bekannten Extremsportlern Sebastian Ansorge (45:58 und Kamil Dabrowski (56:01) auf dem dritten Platz im Gesamtklassement. In seiner Altersklasse „Supported Männer 50+“ war nur Ansorge schneller. Nicht schlecht für einen Teilnehmer mit entzündeten Achillessehnen. Ein Handikap, das ihn wohl auch die Qualifikation für das Race Across America (RAAM), das jährlich über rund 5000 Kilometer und 52.000 Höhenmeter von der Westküste der USA bis zur Ostküste verläuft, kostete.
Das Race Arcross Germany“ ist zwar drei Nummern kleiner, aber trotzdem ein echte Energieleistung. „Um diese enorme Strecke zu bewältigen, verbrauchte der Körper 14.435 Kilojoule an sportlicher Leistung, was einem aktiven Kalorienverbrauch von 18.631 Kilojoule und einem Gesamtkalorienverbrauch von 22.083 Kilojoule entspricht“, hat Peters ermittelt. Um diese Energie bereitzustellen, setzte er im Rennen auf eine spezielle Verpflegungsstrategie, nahm 40 Liter Wasser, vier Kilogramm vom Wettkampfgetränk Power Carb Drink Mix, 32 Flaschen Ensure Plus Flüssignahrung (je 400 ml) und 49 Gels Liquid Energie (je 40 ml) zu sich.